Artikel

Warum RE:WEB™ seit Ende 2024 auf WordPress verzichtet.

TechnikOktober 2026Lesezeit 3 MinutenNicole Manninger

Technik

Mehr als zehn Jahre lang war WordPress auch bei RE:WEB™ das Werkzeug der Wahl. Ende 2024 wurde die letzte WordPress-Website übergeben, und die Gründe für diesen Schritt sagen viel darüber aus, wohin sich Websites für Dienstleistungsunternehmen entwickeln.

Ein beispielloser Erfolg

WordPress lief im April 2026 laut W3Techs auf 42,6 Prozent aller Websites, Anfang 2017 waren es noch 27,3 Prozent1. Im Oktober 2026 weist W3Techs den Anteil mit 39,7 Prozent aus2, ob daraus eine Trendwende wird, zeigen erst die kommenden Monate. Der Erfolg hat einen Grund: Das System ist kostenlos, offen und lässt sich mit mehr als 61.000 Plugins erweitern1. Genau diese Offenheit ist zugleich sein größtes Problem.

Wartung als Dauerzustand

Eine typische WordPress-Website besteht aus dem Kernsystem, einem Theme, einem Page Builder und zehn bis dreißig Plugins verschiedener Hersteller, jedes mit eigenem Rhythmus für Updates und eigenen Fehlern. Bei einer durchschnittlichen Kundenwebsite fielen so pro Monat fünfzehn bis vierzig Updates an, die jeweils geprüft werden mussten.

Die Sicherheitslage verschärft das. Patchstack zählte für 2025 mehr als 11.300 neue Sicherheitslücken im WordPress-Umfeld, rund 42 Prozent mehr als im Jahr davor, und fast alle steckten in Plugins3. Ein Drittel dieser Lücken erhält laut Patchstack nie einen Patch4. Für eine Praxis oder eine Beratung heißt das, dass Sicherheit nur durch laufende, bezahlte Wartung entsteht.

Mehr Zeit floss in den Betrieb der Websites als in ihre Gestaltung.

Langsamer als nötig

Im August 2026 bestanden laut HTTP Archive auf dem Smartphone 48,7 Prozent der WordPress-Websites den Test der Core Web Vitals, Websites mit Elementor nur 36,8 Prozent5. Das hat direkte Folgen, denn nach einer Studie von Google verlassen 53 Prozent der mobilen Besucher eine Seite, die länger als drei Sekunden lädt7.

Gestaltung gegen das System

Am schwersten wog am Ende die Gestaltung. Theme und Page Builder legen den Aufbau einer Website fest, bevor die erste Frage zur Marke gestellt wird, und jede Abweichung davon braucht zusätzlichen Code, der beim nächsten Update brechen kann. Das Ergebnis sind Websites, die sich immer ähnlicher werden, in einem Moment, in dem der erste Eindruck laut der Carleton University nach 50 Millisekunden feststeht9.

Was an die Stelle getreten ist

Websites, die eine Marke zeigen sollen, entstehen bei RE:WEB™ heute in Framer, einer Plattform, die im August 2025 mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet wurde10. Funktionen wie Buchung oder Bezahlung kommen in eigenem Code dazu, schlank und ohne Plugins, und jede Website wird barrierefrei nach WCAG 2.2 AA umgesetzt, wie es das österreichische Barrierefreiheitsgesetz seit Juni 2025 für viele Online-Angebote verlangt12.

WordPress bleibt eine starke Wahl für Magazine mit vielen Autorinnen und hunderten Artikeln im Monat. Für die Website einer Praxis, eines Studios oder einer Beratung steht der Aufwand für Wartung und Absicherung jedoch in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen.