Artikel

Framer oder Code: Entscheidend ist, was die Website können muss.

TechnikOktober 2026Lesezeit 3 MinutenNicole Manninger

Technik

Die Frage, ob eine Website in Framer oder in eigenem Code entstehen soll, wird oft geführt wie ein Grundsatzstreit. In der Praxis ist sie schnell beantwortet, sobald feststeht, was die Website leisten muss: zeigen oder funktionieren.

Framer im Jahr 2026

Framer begann als Werkzeug für Gestalterinnen und Gestalter und ist heute eine vollständige Plattform für Entwurf, Inhalte und Hosting. Im August 2025 schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 100 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von zwei Milliarden US-Dollar ab1, der Jahresumsatz hatte sich laut Sacra gegenüber dem Vorjahr verdoppelt2. Ein Nischenwerkzeug ist das nicht mehr.

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Systemen liegt im Ablauf. Was im Entwurf gestaltet wird, ist zugleich die veröffentlichte Website, ohne Übersetzung in ein Theme und ohne Plugins, die bei jedem Update Fehler verursachen können.

Wo Framer die bessere Wahl ist

Für die meisten Dienstleistungsunternehmen hat eine Website eine klare Aufgabe: die Marke zeigen und Anfragen auslösen. Dafür braucht es präzise Gestaltung, gute Typografie und eine Seite, die schnell lädt, und genau darin liegt die Stärke von Framer. Wie viel Geschwindigkeit wert ist, zeigt eine Studie von Google, nach der 53 Prozent der mobilen Besucher eine Seite verlassen, die länger als drei Sekunden lädt4.

Framer für das, was gezeigt wird. Code für das, was funktionieren muss.

Wo eigener Code beginnt

Sobald eine Website rechnen, buchen, bezahlen oder Daten verwalten muss, reichen Baukastensysteme nicht mehr aus. Ein Terminkalender mit eigenen Regeln oder ein Mitgliederbereich entsteht in eigenem Code verlässlicher, weil er nur das enthält, was für diesen Zweck gebraucht wird, und keine Abhängigkeit von Erweiterungen fremder Hersteller.

Der Blick auf WordPress

Die meisten Unternehmen, die über ein Redesign nachdenken, kommen von WordPress, das im April 2026 laut W3Techs auf 42,6 Prozent aller Websites lief5. Im August 2026 bestanden auf dem Smartphone 48,7 Prozent der WordPress-Websites den Test der Core Web Vitals, bei Websites mit dem Page Builder Elementor waren es 36,8 Prozent7.

Schwerer wiegt die Sicherheit. Patchstack zählte für 2025 mehr als 11.300 neue Lücken im WordPress-Umfeld, fast alle in Plugins8, und ein Drittel davon erhält nie einen Patch9. Framer und schlanker eigener Code verringern diese Angriffsfläche erheblich.

Was unabhängig vom Werkzeug gilt

Seit Juni 2025 verlangt das österreichische Barrierefreiheitsgesetz für viele Online-Angebote eine barrierefreie Umsetzung10, und seit einem Urteil des Landgerichts München I aus dem Jahr 2022 ist klar, dass Schriften nicht ohne Einwilligung von Googles Servern geladen werden sollten12. Beides lässt sich in Framer ebenso sauber lösen wie in eigenem Code, sofern es von Anfang an mitgedacht wird.

Die beste Lösung ist deshalb selten ein Entweder-oder. Bei RE:WEB™ wird die Website in Framer gestaltet, Funktionen wie Buchung, Shop oder Kundenbereich entstehen in eigenem Code. Am Ende ist beides eine Website unter einer Adresse.